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Nach 2 jähriger Spielzeit ein Resümee über AION das Anno 2009 als WoW Killer angekündigten Asia MMOs von NCsoft. Eins vorweg, AION war im Nachhinein natürlich nicht das MMO welches Blizzard das Fürchten lehrte und World of Warcraft vom Thron stieß, allerdings auch kein schlechtes Spiel, sonst hätte ich es wohl nicht seit Release bis heute intensiv gespielt. Mein Ausstieg vor einem Monat war emotional, vor allem da man sich von Freunden verabschieden musste mit denen man 2 Jahre täglich über Teamspeak in Kontakt war und nicht nur spielerische sondern auch private Höhen und Tiefen miterleben durfte.
Wenn man das erste Mal die Welt Atreia betritt, blendet die hübsche, prächtig umgesetzte Umgebung. Hier taucht man in eine fremde Fantasy-Welt ab, die einem bunte Flora und schillernde Fauna präsentiert. Befremdlichen Wesen wie hamsterähnliche Mumus, aggressive Pflanzen, mutierte Schleimbeutel, Elementarwesen sowie weniger angriffslustige Tierchen und Bewohner wie die süßen Shugos füllen die Welt mit Leben. AION hat keine starke Lizenz im Rücken. Indes sind die Welt Atreia und ihre Geschichte eigens von NCsoft erschaffen.
Die Story ist einfach, Atreia wurde von einer Explosion in zwei Teilen zerissen und ist von einem andauernden Krieg zerrüttet. Auf der von der Sonne abgewandten Hälfte leben die Asmodier, auf der von der Sonnenlicht durchfluteten Seite die Elyos. Beide Seiten bekriegen sich hartnäckig, was auch der Kern des AION Gameplays darstellt. Hat man bei WoW noch die Wahl ob man lieber ruhigeres PVE Gaming bevorzugt, ist AION ab einen gewissen Punkt ein knallhartes PvP Gaming, welches einiges an Frustmomenten hervorgerufen hat. Unsere Legion (so werden Gilden in AION benannt) namens "Wahre Helden" war/ist eine Asmodier Legion auf dem Server Lephar.
Der Einstieg in AION ist easy, bis Level 10 questet man im Startgebiet wo es kein PVP gibt. Das dient dazu seine Klasse kennenzulernen um sich dann mit Level 10 für eine Klasse zu entscheiden. Dem Krieger eröffnen sich der Pfad zu einem Gladiator (Nahkampfexperte mit Zugriff auf großes Waffenarsenal) oder Templer (Tank mit Schutz- und Heilzaubern). Der Magier legt fest, ob er ein Zauberer (mächtige, magische Schadenszauber) oder Beschwörer (kann Elementarwesen herbeirufen) werden möchte, während dem Späher der Jäger (Überlebenskünstler und Bogenschütze) oder Assassine (Meuchler mit schnellen und hinterhältigen Attacken) angeboten wird. Der Priester weiht sich zu einem Kleriker (Primärer Heiler) oder Kantor (Heil-und Nahkampffähigkeiten, Gruppenbuffs). Die Wahl kommt für Neulinge überraschend und mag den einen oder anderen etwas überrumpeln. Zumal die Entscheidung nicht mehr rückgängig zu machen ist. Des weiteren wird man zum Deava ernannt und erhält seine Flügel.
Nach dem Aufstieg zum Deava landet der Spieler erstmals in der jeweiligen Hauptstadt der Fraktion und wird von den Möglichkeiten erschlagen. Hier finden sich neben den Lehrern für Skills auch der Handelsagent (Aktionshaus) etliche Läden und Handwerks Räumlichkeiten. Der Charakter kann in AION jedes Handwerk erlernen, es gibt den Rüstungsschmied, Waffenschmied, Schneider, Handwerker, Alchemisten und Koch. Das Crafting in AION ist ein wirklich lohnendes Feature, welches ich in der Art und Weise noch in keinem MMO gesehen habe. Oft haben selbst hergestellte Items bessere Werte als Drops aus Instanzen des gleichen Levels. Dafür aber ist es extrem Mühsam und Zeitaufwendig um alle Notwenigen Materialen zu sammeln oder zu Farmen. Daher ist es am Anfang ratsam erst mal einen oder zwei Berufe zu wählen welche dem Charakter entsprechen und weiterhelfen. Mit Levelcap kann man sich dann den übrigen zuwenden, wobei man nur zwei auf Experte und davon noch einen auf Meister skillen kann.
Ab Stufe 10 - 20 landet man wiederum in einer PVE Zone, wobei hier langsam der Asiatische Faktor an AION zum tragen kommt. Jeder Level Aufstieg wird zunehmend schwerer und mühsamer. NCsoft hat in den Jahren viel getan um AION für den westlichen Markt attraktiver zu machen. So wurden Quest XP angehoben, Solo Instanzen eingeführt und Dropraten verbessert. Zum Release war AION nämlich ein wahres Frustbecken, und pures Grinding welches den Spieler nach 300 getöteten Mobs mal mit einen Grünem Loot belohnt hat. Die Freude und der Frust waren natürlich immens. Zum jetzigen Zeitpunkt ist Level 20 eigentlich schnell geschafft und PVP hält Einzug in das Spielgeschehen. Durch sogenannte Rifts (Risse) können beiden Fraktionen in das jeweilige Gebiet der gegnerischen Partei gelangen. Die Rifts sorgen für abwechslungsreiche Raubzüge. Dennoch sorgen die Überfälle manchmal für Frustmomente. Obwohl die Risse eine Levelbeschränkung haben, finden dennoch immer wieder feindliche Highlevelspieler ihren Weg in die niedrigstufigen Gebiete. Dass hierbei dann hauptsächlich die "Großen" ihren Spaß haben, ist selbstredend. Andererseits: Öffnet sich in einem Gebiet ein Rift, dann sammeln sich recht schnell Spieler um das Gate herum, um jeden der aus dem Tor hüpft sofort anzuspringen. An sich ja ein Heidenspaß, keine Frage. Wenn man jedoch Quests im feindlichen Gebiet lösen möchte, will man in solchen Momenten dann doch ganz gerne in die Tischkante beißen. Es zeichnet sich deutlich ab, dass Aion nichts für PvP-Muffel ist.
Ab Stufe 25 darf der jetzt erfahrene Deava den Abyss besuchen. Ein knallhart umkämpftes PVP Gebiet wo sich neben den sich bekriegenden Elyos und Asmodiern hier eine dritte Partei, die Balaur einmischt. Die Balaur sind eine uralte Rasse, die im Abyss in der Verbannung lebten, und nun gnadenlos ihre eigenen Interessen durchsetzen. Die schuppigen Gesellen stellen also stets eine unberechenbare Gefahr dar. Der Abyss ist ebenso mit Quests versehen, doch beim Abarbeiten der Missionen hat man ständig die Gefahr feindlicher Mitspieler im Nacken. Der besondere Nervenkitzel hierbei ist, dass man die Levels der Gegenspieler nicht sieht. Es wird lediglich der Rang angezeigt. Die Stufe lässt sich jedoch ein bisschen an der Rüstung abschätzen, falls man dazu noch Zeit hat. Niedrigstufige Opfer werfen übrigens keine Abyss-Punkte ab, sind jedoch Freiwild. Mit der Zeit wissen natürlich die Spieler wo sich die Questgebiete der anderen Fraktion befinden und so beginnt Lowie Farming der übelsten Sorte. Es gab Tage wo ich mit Level 30 von 50igern so derbe abgefarmt wurde das ich aller 2 Minuten tot war. In den Momenten half dann nur die Legion um Unterstützung zu bitten oder im Chat auf die Elyos hinzuweisen, damit sich High Level Asmodier um die feige Taubenbrut kümmern und mir Schutz gewähren um die Quest endlich mal zu beenden. Oder aus Frust das Game zu beenden und zu deinstallieren, ja solche Gedanken gab es
Das jetzige Levelcap in AION ist 55, allerdings war unsere Legion eine sogenannte Stay 50 Legi, soll heißen wir wollten Level 50 nicht überschreiten, da wir erst das beste PVP Equip zusammen Farmen wollten bevor wir weiter leveln. Und so schlich sich der selbe Routine Teufel wie es damals schon bei WoW der Fall war, ein. Das Dredgion, ein Flagschiff der Balaur welches in Echtzeit um 12.00/20.00 und 24.00 Uhr auftauchte war die PVP Instanz schlechthin. Dann hies es eine 5er Gruppe Asmodier gegen eine 5er Gruppe Elyos und im Wege rumstehende Balaur. Die beste Möglichkeit zum Farmen von Abyss-Punkten für die Abyss-Gear. So musste man sein echtes Leben auf das Spiel anpassen. Täglich zu den genannten Zeitpunkten online zu sein um mit der Stammgruppe Dreg zu raiden wurde für mich persönlich zu einem Grund AION zu beenden. Kein Spiel darf die Kraft haben um meinen Tagesablauf im Real Life zu bestimmen, so viel Spaß es auch macht, und so schwer der Abschied von Freunden auch fällt.





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